Bunkai

Unter Bunkai (jap. "Auseinandernehmen, Zergliederung" ) versteht man die Analyse der Kata. In nahezu allen Karate-Dojos nimmt Üben der Kata das  einen großen Part im Trainingsplan ein. Man lernt die Abläufe einer Kata akribisch und setzt sie schließlich immer flüssiger und dynamischer um. In vielen Dojos endet an dieser Stelle aber auch schon die Kata. Viele sehen in der Kata lediglich eine lästige Pflichtübung für die Gürtelprüfung und vergessen dabei, dass in den Katas effektive Kampftechniken verschlüsselt liegen, die den Ursprung des Karate als eine zivile Kampfkunst und Form der Selbstverteidigung ausmachen. Man beraubt sich eines Großteils der Möglichkeiten, die Karate als Kampfkunst bereitet, wenn man die Kata nicht ernsthaft studiert.

Christian demonstriert eine Anwendung aus der Kata Bassai Dai Christian demonstriert eine Anwendung aus der Kata Bassai Dai

In unserem Dojo ist das Bunkai fester Bestandteil der Übungen. Bereits mit dem Erlernen der ersten Kata, sollen die Schüler den Sinn dieser Bewegungen begreifen lernen. Der Maßstab ist dabei: effektive Techniken gegen realistische Angriffe finden, wie sie uns eben auch in kritischen Situationen "auf der Strasse" begegnen können.

 

 

 

Wie man eine Kata entschlüsseln kann, erfährt man im Artikel "36 Prinzipien" von Christian Laszczyk auf dieser Seite.

 

 

 

Christian Laszczyk: Die 36 Prinzipien des Bunkai

Sensei Christian Sensei Christian

Die Analyse/Anwendung der Kata und Selbstverteidigung sind meiner Meinung nach untrennbar miteinander verbunden. Heute gibt es viele Anwendungsvarianten auf dem Markt. Die meisten Anwendungen sind
grundschulmäßige Standardanwendungen der offensichtlichen Techniken. Ein grundlegendes Prinzip der Kata ist aber die praktische und realistische Anwendbarkeit in der Selbstverteidigung. Somit ist jede Kata, für sich genommen, ein eigenes Selbstverteidigungssystem. Deshalb kann es nicht sein, dass Kata Anwendungen gegen grundschulmäßig ausgeführte Fauststöße und Fußtritte etc. eingesetzt werden. Dies ist völlig unrealistisch.
Die Kata soll als Mittelpunkt der Übung betrachtet werden. Klassische Kata, wie es die alten Meister auf Okinawa entwickelt haben, geht nur über die Übung der Anwendung. Daraus folgt, dass es keinen Sinn macht, eine große Anzahl von Kata Abläufen zu beherrschen. Man sollte sich auf maximal drei Kata spezialisieren und sie dafür in der Tiefe studieren. Dabei gilt das Prinzip: Qualität vor Quantität.
Kata ist Grundschule, Kampf, Selbstverteidigung und Wegschule, also ein komplexes Lehrgebäude. Die heutige moderne traditionelle Trainingskonzeption ist vorwiegend für den Wettkampf entwickelt

worden. Sie legt wert auf physische Fitness, Charakterentwicklung und Sport. Dies bietet auch jede andere Sportart. Habe ich aber einen Selbstverteidigungs-Anspruch, muss ich mich mit der Kata und den Prinzipien auseinandersetzen. Das Partnertraining ist dabei das Herzstück des Trainings. Ohne das Verständnis von den Informationen und Techniken, die in den Kata enthalten sind, betreiben wir einfachen Kampfsport...



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Christian Laszczyk: Facharbeit zum 4. Dan

Sensei Christian Sensei Christian

Kata bunkai / oyo und Goshin jiutsu (Selbstverteidigung), ein Widerspruch oder eine Chance?

 

In den Kampfkünsten versteht man unter dem Begriff Kata eine genau festgelegte Serie von Techniken, in denen die Methoden und Kampfstrategien gegen einen Angreifer verschlüsselt sind. Sie werden sowohl zur Abwehr als auch für den Konter verwendet. Es war und ist einem Uneingeweihten, selbst wenn es ihm gelingt, die Kata - Form zu lernen, ohne die Hilfe eines Meisters nicht möglich, sie zu entschlüsseln. Denn was nützt es eine Bewegung zu machen, wenn man nicht weiß, wozu sie dient. Die Kata hat einen inneren Sinn und eine äußere Form. Der innere Sinn ist durch die äußere Form verdeckt, und das Ziel besteht darin, durch die Übung der Form den inneren Sinn zu suchen. Karate do wurde historisch gesehen als Selbstverteidigung für die Zivilbevölkerung entwickelt und nicht als militärische Nahkampfform. Es bestand ausschließlich aus Kata. Das gesamte System teilte sich im 17. Jahrhundert in Shorin-ryu (Shuri-te und Tomari-te) und in Shorei-ryu (Naha-te). Ob Kata als ersten oder so genannten Zwei-Personen-Formen (Futari geiko, Flow Drills), aus den die Kata entwickelt wurden, zuerst entstanden darüber streiten sich die Gelehrten. Die wer war zuerst da Diskussion „Henne oder Ei“! Karate do wurde früher Tode und dann Okinawa te genannt. Diese ursprüngliche Kampfkunst war im Gegensatz zu dem heutigen Karate eine reine Methode der Selbstverteidigung und unterschied sich erheblich von den später entstandenen japanischen Stilen...

Facharbeit zur Prüfung zum 4.Dan.pdf
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